Geschichtskreis Hamme sucht…

Am 12. September traf sich zum ersten Mal der Geschichtskreis Hamme im Bürgerhaus am Amtsplatz. Es ist ein Angebot der Volkshochschule Bochum, geleitet von Prof. Dr. Martina Oldengott. Die Idee zu diesem Geschichtskreis kam aus der Stadtteilkonferenz Hammer-Runde.Geschichtskreis Hamme trifft sich

Zum Stadtteil Hamme gab es schon einmal vor etlichen Jahren einen Geschichtskreis. Im Ergebnis entstand ein Buch mit dem Titel „Bochum bey Hamme“ aus dem Jahr 1987, herausgegeben vom Stadtteilgeschichtskreis Bochum-Hamme. Damit ist aber längst nicht alles erschlossen und erforscht, was sich in Hamme an interessanten Geschichten ereignet hat oder/und in Bildern festgehalten wurde. Es gibt noch mehr zu erzählen und zu sehen. Aber leider geht mit der Zeit auch vieles verloren, wenn es nicht gesammelt und aufbewahrt wird.

Die 11 Teilnehmer des Geschichtskreises  sahen beim ersten Treffen alte Ansichten aus dem Stadtteil. Industrieanlagen, Straßen, Plätze, Bahnanlagen, Geschäfte, Kirchen… Schon dabei ergaben sich viele Erinnerungen und Geschichten, ergänzende Einzelheiten, aber auch offene Fragen. Nun sucht der Geschichtskreis weitere Teilnehmer, die Lust und Interesse haben, die Geschichte des Stadtteils zu erhellen. Gesucht werden insbesondere Postkarten, Fotos, Zeitungsausschnitte, jede Art von Dokumenten, auch Erinnerungen von Zeitzeugen, kurz: alles, was Mosaiksteine im Puzzle zur Geschichte von Hamme sein können. Wer dazu etwas beitragen kann, ist herzlich eingeladen, dies Frau Dr. Oldengott  ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ) zur Verfügung zu stellen. Fotos lassen sich leicht reproduzieren, Dokumente lassen sich kopieren, so dass die Originale schnell wieder zu den Besitzern zurückkehren. Es wäre schade, wenn etwa bei Wohnungsauflösungen Fotos oder Dokumente mit lokalgeschichtlicher Bedeutung für immer verloren gingen.

Schon die erste Sitzung machte den Teilnehmern Lust auf mehr, so dass man gespannt sein kann, was der Kreis an Einblicken in die Geschichte Hammes gewinnen wird. Je nachdem, was an Bildern und Dokumenten zusammenkommt, soll dies vielleicht auch einer größeren, interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und zugänglich gemacht werden.

Zeitzeugen gesucht!

Wer kann helfen bei der Suche nach dem Standort dieses Bildes? Angeblich zeigt es einen Ausschnitt aus dem Stadtteil Hamme zu einem nicht bekannten Zeitpunkt. Die dargestellte Industriekulisse mit der Seilbahn könnte Hinweise auf den Standort Carolinenglück geben. Aber hier sind jetzt Zeitzeugen gesucht, die bei der Zuordnung zu Ort und Zeit mit ihren Kenntnissen weiterhelfen.

 

Für Hinweise ist die Redaktion dankbar unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Bochum-Hamme war nicHamme um 1900 Historische Postkarteht immer so wie es heute aussieht. Wie jeder Ort hat es eine lange und teilweise aufregende Geschichte hinter sich. Wir hoffen, mit dieser Seite auch Ihr Interesse an der Vergangenheit Ihres Stadtteils zu wecken. Gern können Sie uns auch mit Bildern, Zeitungsausschnitten und selbstverfassten Artikeln helfen, damit diese Seite von Hamme wächst und den Lesern eine Vorstellung gibt, wie Hamme einmal war, wer hier gelebt hat und was sich in unserem Stadtteil alles zugetragen hat.

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Die Redaktion

 

Hinweis: (fast) alle Bilder auf dieser Seite können durch Anklicken vergrößert werden.

Die Gethsemane-Kirche

 

Sehenswert: Die Gethsemane-Kirche in Bochum-HammeDie Gethsemane Kirche trägt ihren Namen seit sie 50 Jahre alt geworden ist, vorher hieß sie nur: Kirche an der Amtsstraße. Die Gethsemane-Kirche, eine Kirche, die man nicht sieht. Warum ist sie so versteckt gebaut worden? Die Antwort ist: Der Not gehorchend.

Die evangelische Kirche in Hamme stand vor dem Krieg in der jetzigen Anne-Frank-Straße, da wo jetzt das Adolf-Stöcker-Haus steht. Diese Kirche, ein Bau mit ca. 800 Plätzen, wurde bei den Bombenangriffen auf Bochum gegen Ende des Krieges zerstört. Die Kirchengemeinde hatte nach dem Krieg kein Geld, um sie wieder aufzubauen. Da kam vom ökumenischen Rat der Kirchen ein großzügiges Angebot: Die Gemeinde sollte eine Kirche aus dem Notkirchenprogramm des Architekten Professor Otto Bartning erhalten. Diese Notkirche bestand aus Holzteilen und Fenstern, für die Mauern musste die Gemeinde selbst sorgen. Die Gemeinde nahm dieses Geschenk natürlich dankbar an (wenn es auch einen Pfarrer gab, der sich gegen das Projekt stellte, weil er meinte, die Gemeinde habe dieses Geschenk nicht verdient). Nun stellte sich die Frage, wo die Kirche errichtet werden sollte. Die Wahl fiel auf die Amtsstraße, wie schon gesagt: der Not gehorchend. Hier stand nämlich das Gemeindehaus, das ebenfalls im Krieg von Bomben getroffen worden war. Und an dieser Stelle, an der wir uns befinden, stand ursprünglich der große Gemeindesaal, voll unterkellert

Bochum Hamme:Hamme: so sah es einmal hier aus Ein Stadtteil im Wandel

Bochum war und ist seit ca. 150 Jahren vom Wandel geprägt, den die industrielle Entwicklung und das damit verbundene explosionsartige  Bevölkerungswachstum ausgelöst haben. Dabei haben sich die einzelnen Stadtteile aber unterschiedlich stark verändert. Hamme ist ein Beispiel für extreme Veränderungen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

 

Aus einer bäuerlichen Siedlung am Nordrand von Bochum wurde am Ende des 19ten Jahrhunderts schnell ein Industriestandort mit Hochöfen, Zechen und anderen Produktionsstädten. Die Felder verschwanden und machten Arbeitsplätzen und Arbeitersiedlungen Platz.

 

Aber nichts währt ewig! Der Strukturwandel im Ruhrgebiet, der Niedergang des Bergbaus und die Ansiedlung moderner Arbeitsplätze benötigte wiederum Platz. Das ging auch an Bochum-Hamme nicht vorbei. Die alten Industrieanlagen wurden abgerissen und wichen modernen DieBürgerhaus Hamme: so sah es einmal  ausnstleistungszentren. Auch das Grün kehrte zurück in den Stadtteil.  Der lange als Abwasserkanal genutzte Marbach wird renaturiert und mit Erzbahntrasse, Westpark und Jahrhunderthalle ist das direkte Umfeld wesentlich attraktiver geworden. Heute entstehen Eigenheime und moderne Wohnanlagen für die Bedürfnisse einer neuen Generation.

 

Dass die Hammer Bürger unter diesem Aspekt die wieder Inbetriebnahme der Thyssen-Krupp Deponie entschieden ablehnen, ist nur verständlich. Dieser Stadtteil hat seinen Beitrag über mehr als genug geleistet!

Ruhrschnellweg: Fernverkehrsstraße  mit Geschichte

 Ruhrschnellweg, Ausbau

An seinem Nordrand wird Bochum-Hamme von der A40 begrenzt. Diese Straße bringt unzählige Menschen täglich zur Arbeit und wieder heim. Je nach Verkehrslage mal schneller und mal langsamer. Besonders wenn sich die Autos mal wieder auf der auch als „ Ruhr-Schleichweg“ verschrienen  Autobahn stauen. Umso interessanter ist es mal etwas über die Geschichte dieser Straße zu erfahren, ohne die das Ruhrgebiet nicht funktionieren könnte. Denn Ihre Bedeutung begann schon zur Römerzeit und zieht sich als Fernverkehrsstraße durch die Epochen, bis zu ihrem heutigen Gesicht als Lebensader des Reviers.  In der Autobahnkirche Ruhr an der Ausfahrt Bochum-Hamme hielt Pfarrer Gehrt kürzlich einen hochinteressanten Vortrag über die Vergangenheit und den Werdegang dieser wahrhaft historischen Straße. Auszugsweise veröffentlichen wir hier Bilder und Fakten aus diesem Vortrag für unsere Leser. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang  auch nochmals bitten, uns Ihre Bilder, Postkarten und Geschichten rund um das historische Hamme zur Verfügung zu stellen. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Kaum zu glauben, doch nur achtzig Jahre her

Das Bild in einer Ansicht von 1930 zeigt den ehemaligen Hindenburgplatz in Bochum-Hamme - im Hintergrund gelegen die damalige Erlöserkirche. Sie wurde von dem Architekten W. Tiefenbach 1929 entworfen, innerhalb eines halben Jahres erbaut (Grundsteinlegung )und am 2. Februar 1930 eingeweiht.

 Ob man die Personen- und Lastkraftwagen noch an den Fingern zählen konnte, die damals über die Kreuzung der B1 und der Dorstener Straße fuhren? Jedenfalls werden auch noch einige Pferdefuhrwerke und Kutschen dabei gewesen sein. Die Hindenburgallee führte aus der Dahlhäuser Heide (die heutige Dinnendahlstraße) und mündete links von der Kirche in die Kreuzung. Recht idyllisch mutet der Platz mit der grünen Insel an, um die herum der spärliche Verkehr floss.  Eine kleine Straßenbahn dreht gemächlich ihre Runde.  Der Kontrast fällt besonders ins Auge, wenn man das Bild mit dem heutigen Verkehrsknotenpunkt am Bodelschwinghplatz vergleicht. In den sechziger Jahren wurde die B1 zur Autobahn ausgebaut und - tiefer gelegt - unter der Dorstener Straße hindurchgeführt. Allein auf der vierspurigen A 40 – einer Hauptverkehrsader des Ruhrgebietes - fahren nach Auskunft von Straßen.NRW jeden Tag etwa 100.000 Fahrzeuge am Stadtteil Hamme vorbei. Hinzu kommt der Verkehr auf der B 226 in Richtung Herne. Der anwachsende Verkehr führte zur Verbreiterung der Dorstener Straße auf vier Spuren und zusätzliche Abbiegerspuren. So musste ein Haus weichen und der Platz um die Kirche schränkte sich zusehends ein. Heute liegt die künftige Autobahnkirche und „Dankstelle“ an der A 40 sozusagen auf einer Insel zwischen den Verkehrsströmen.

Karl-Heinz Gehrt

Nicht vergessen: Graf Adalbert von der Recke-Volmerstein

Ein Denkmal wird aufgestellt, damit man mal daran denkt. Zum Beispiel an ein Person, zum Beispiel an Graf Adalbert von der Recke. Sein Denkmal steht in Hamme am Bodelschwinghplatz und die Wiese, wo es steht, ist nach langer Baustelle wieder mit Rasen eingesät. Mein Dank gilt allen, die das veranlassten.

Albert Friedrich Karl Georg Ernst wurde am 28. Mai 1791 im Amt Hamme bei Bochum als Sohn des FreiBochum Hamme : Denkmal Graf Adalbert von der Recke-Volmerstein herr von der Recke-Volmerstein geboren. Erst mit acht Jahren nannte man ihn Adalbert oder Adelberdt. Nach Studium und kurzer Laufbahn im preußischen Heer fühlte er sich zu anderem berufen.

Er war wohlhabend, aber hatte dazu auch ein soziales Gewissen. Die auf den Straßen umherirrenden, heimatlosen Kinder in Hamme ließen ihm keine Ruhe. Davon gab es im Revier nach den Feldzügen Napoleons nicht wenige. Ab 1816 fing er an, die umherstreunenden Kinder und Jugendlichen zu sammeln, gründete 1819 in der Nähe des elterlichen Gutes Overdyck ein „Rettungshaus“. Vom Denkmal aus kann man das Dach noch heute durch die Bäume hindurch mehr ahnen als sehen. Nach einem Jahr wohnten damals in dem Haus schon 44 Kinder, die er in die ehemalige Freischule aufgenommen hatte. Das Heim wurde bald zu klein, Graf von der Recke zog mit den Schutzbefohlenen um nach Düsselthal bei Düsseldorf in eine ehemalige Trapistenabtei. Dort bot er den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, aus eigenen Kräften durch Arbeit im Handwerk oder auf dem Feld zu ihrem Unterhalt beizutragen und auch einen Beruf zu erlernen.

Nebenbei sei vermerkt: Adalbert Graf von der Recke war ein Zeitgenosse Johann Hinrich Wicherns (1808-1881), der in Hamburg mit dem Rauhen Haus einen ähnlichen Versuch gemacht hatte, das soziale Elend in der Großstadt zu lindern und Jugendliche von den Straßen in Häuser zu sammeln.

Vergessen sollten wir auch nicht seine Frau Mathilde Gräfin von der Recke-Volmarstein. Sie ist zwar nicht auf dem Denkmal vermerkt, aber sie hat die Arbeit ihres Mannes mitgetragen und den Geist der Rettungshäuser wesentlich mitgeprägt.

Später zog der Graf noch nach Kraschnitz in Schlesien. Hier gründete er 1860 das Deutsche Samariter-Ordensstift und gab behinderten und kranken Kindern ein Zuhause. Diese Einrichtung ist mit den Betheler Anstalten bei Bielefeld zu vergleichen. So steht das Denkmal nicht ohne Beziehung an jenem Platz, der nach Friedrich von Bodelschwingh benannt ist. Am 10. November 1878 ist der Graf in Schlesien verstorben.

Denkmal an, so hat Hamme eine starke soziale und diakonische Tradition durch den Grafen Adalbert von der Recke-Volmarstein.

Alles nur Geschichte und kein Thema von heute? Sicher ist viele heute anders, aber manche Mitbürger erfahren sehr deutlich, dass Hamme ein sozialer Brennpunkt ist. So berichtete bei der letzten Hammer Runde der Leiter der Graf-von-der-Recke-Grundschule, Herr Zimmermann, über seine Erfahrungen aus dem Schulalltag. Nach seiner Erfahrung ist es nicht so, dass Kinder direkt hungern, eher fehlt es ihnen an ausgewogener und gesunder Ernährung. Fast food kann ein Frühstück oder eine warme Mahlzeit zu Mittag eben nicht ersetzen. Viel schlimmer aber sei es, dass den Kindern Eltern oder Erwachsene fehlen, die sich mit ihnen beschäftigen, ihnen vorlesen oder mit ihnen spielen. Oft ist das Fernsehen ein schlechter Ersatz für menschliche Zuwendung. Das lässt die Kinder verarmen. Sie leiden an Bildungs- und Beziehungsarmut. Angedacht sei, eine Bibliothek mit Kinderbüchern in der Schule einzurichten, die Kindern unter Anleitung wieder Lust auf lesen macht.

Fazit: die Armut sieht heute anders aus. Das Kinderheim Overdyck, in dem lange Jahre Kinder durch die evangelische Diakonie betreut wurden, ist längst kein Kinderheim mehr. Die beiden Kindergärten sind auch ausgezogen. Bald wird das Haus anderen Zwecken dienen. Vielleicht werden Hammer Bürger mit Interesse verfolgen, was aus dem Kinderheim wird.

Was würde ein Graf von der Recke, der nicht nur Geld sondern als Christ auch ein soziales Gewissen hatte, wohl heute machen in Hamme machen? 

Karl-Heinz Gehrt, Pfarrer

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