Ruhrschnellweg: Fernverkehrsstraße  mit Geschichte

 Ruhrschnellweg, Ausbau

An seinem Nordrand wird Bochum-Hamme von der A40 begrenzt. Diese Straße bringt unzählige Menschen täglich zur Arbeit und wieder heim. Je nach Verkehrslage mal schneller und mal langsamer. Besonders wenn sich die Autos mal wieder auf der auch als „ Ruhr-Schleichweg“ verschrienen  Autobahn stauen. Umso interessanter ist es mal etwas über die Geschichte dieser Straße zu erfahren, ohne die das Ruhrgebiet nicht funktionieren könnte. Denn Ihre Bedeutung begann schon zur Römerzeit und zieht sich als Fernverkehrsstraße durch die Epochen, bis zu ihrem heutigen Gesicht als Lebensader des Reviers.  In der Autobahnkirche Ruhr an der Ausfahrt Bochum-Hamme hielt Pfarrer Gehrt kürzlich einen hochinteressanten Vortrag über die Vergangenheit und den Werdegang dieser wahrhaft historischen Straße. Auszugsweise veröffentlichen wir hier Bilder und Fakten aus diesem Vortrag für unsere Leser. Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang  auch nochmals bitten, uns Ihre Bilder, Postkarten und Geschichten rund um das historische Hamme zur Verfügung zu stellen. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

 

 

A 40 Anschlussstelle Hamme

– ein kurzes Stück in der langen Geschichte an einer langen Straße

Wo die Dorstener Straße üA40 vor dem Ausbauber den Ruhrschnellweg führt, ist es heute mit allen Sinnen zu erleben: die A 40 bedeutet Lärm, Staub, Baustellen und Staus. Doch ist sie für viele der über 150.000 täglichen Nutzer unentbehrlich bei der Fahrt zur Arbeit oder privat. Wussten Sie dass wir in Hamme an einer Straße liegen, die eine lange Geschichte mit weiten Verbindungen bietet? Schon den alten Griechen und zu römischer Zeit war der germanische Handelsweg in west-östlicher Richtung für Salz und andere Güter bekannt. Kaufleute reisten auf diesem Weg von dem belgischen Hafen Brügge bis nach Nowgorod oder zurück, also eine europäische Verbindung längst bevor Länder sich zur EU zusammenschlossen.

Allerdings wurden erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Königreich Preußen die wichtigsten Wege zu Straßen befestigt. Man baute Chausseen mit einer gewölbten Fahrbahn und Seitenstreifen, zog Wassergräben und pflanzte Bäume am Rand. Etwa um 1850 besaß Preußen ein gut ausgebautes Netz von befestigten Straßen. Die längste führte über 1392 Kilometer von der belgischen Grenze bei Aachen über das Ruhrgebiet, Hannover, Berlin, Königsberg bis nach Eydtkuhnen an die litauische Grenze.

Das zwischen 1926 und 1932 als Ruhrschnellweg ausgebaute Teilstück über Essen und Bochum ersetzte die historische Streckenführung über Ratingen, Kettwig, Werden, Steele, Höntrop und Lütgendortmund.

1932 wurden zur Verbesserung der Orientierung im Deutschen Reich die wichtigsten Fernstraßen nummeriert. Seit 1934 kennzeichnet die noch heute für die Bundesstraßen verwendete gelbe Nummerntafel mit schwarzer Schrift diese Straßen.

Das Bild zeigt die Erlöserkirche an der Reichsstraße 1(R1), das war 1937 eine kaum befahrene, zweispurige Straße mit Kopfsteinpflaster.

Nach dem zweiten Weltkrieg und am Ende des dritten Reichs wurde die Straße ein anschauliches Zeichen für die Teilung Deutschlands. Die B1, wie die alte Straße ab 1948 in der BRD genannt wurde, endete bei Helmstedt. In der DDR sprach man von Fernstraßen und auf der in Berlin-Mitte breit ausgebauten F1 nahm die Führung der DDR die Militärparaden zum 1. Mai und zum 7. Oktober ab.

Von 1954 bis 1963 wurde der Ruhrschnellweg zur vierspurigen Schnellstraße und zur A 430 ausgebaut (heute A 40). Kreuzungsfrei bot er dann eine schnelle Ost-West-Verbindung durch das Ruhrgebiet für den rasant anwachsenden Autoverkehr, schlug aber auch eine Schneise durch viele Stadtteile wie auch in Hamme. Heute werden auf der A40 weit mehr als 100.000 Fahrzeuge am Tag gezählt, die bei häufigem Stau allerdings nur im Schneckentempo dahin schleichen können.

Nach der Öffnung der Grenzen 1989 und durch die Wiedervereinigung wurde es wieder möglich, ohne Schlagbäume von Aachen auf der B1 bis zur polnischen Grenze in Küstrin-Kietz an der Oder zu fahren. So spiegelt die Straße ein Stück wechselvoller deutscher Gesichte, zeigt anschaulich den industriellen Wandel des Ruhrgebietes mit dem Auf- und Abstieg von Kohle und Stahl, wie auch die rasante Entwicklung der mobilen Gesellschaft zum massenhaften Individualverkehr.

Eine Ausstellung in der Epiphanias-Kirche (Autobahnkirche RUHR) vermittelt davon einen kleinen Eindruck mit historischen Bildern aus den dreißiger, fünfziger und sechziger Jahren.

Karl-Heinz Gehrt

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