Nicht vergessen: Graf Adalbert von der Recke-Volmerstein

Ein Denkmal wird aufgestellt, damit man mal daran denkt. Zum Beispiel an ein Person, zum Beispiel an Graf Adalbert von der Recke. Sein Denkmal steht in Hamme am Bodelschwinghplatz und die Wiese, wo es steht, ist nach langer Baustelle wieder mit Rasen eingesät. Mein Dank gilt allen, die das veranlassten.

Albert Friedrich Karl Georg Ernst wurde am 28. Mai 1791 im Amt Hamme bei Bochum als Sohn des FreiBochum Hamme : Denkmal Graf Adalbert von der Recke-Volmerstein herr von der Recke-Volmerstein geboren. Erst mit acht Jahren nannte man ihn Adalbert oder Adelberdt. Nach Studium und kurzer Laufbahn im preußischen Heer fühlte er sich zu anderem berufen.

Er war wohlhabend, aber hatte dazu auch ein soziales Gewissen. Die auf den Straßen umherirrenden, heimatlosen Kinder in Hamme ließen ihm keine Ruhe. Davon gab es im Revier nach den Feldzügen Napoleons nicht wenige. Ab 1816 fing er an, die umherstreunenden Kinder und Jugendlichen zu sammeln, gründete 1819 in der Nähe des elterlichen Gutes Overdyck ein „Rettungshaus“. Vom Denkmal aus kann man das Dach noch heute durch die Bäume hindurch mehr ahnen als sehen. Nach einem Jahr wohnten damals in dem Haus schon 44 Kinder, die er in die ehemalige Freischule aufgenommen hatte. Das Heim wurde bald zu klein, Graf von der Recke zog mit den Schutzbefohlenen um nach Düsselthal bei Düsseldorf in eine ehemalige Trapistenabtei. Dort bot er den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, aus eigenen Kräften durch Arbeit im Handwerk oder auf dem Feld zu ihrem Unterhalt beizutragen und auch einen Beruf zu erlernen.

Nebenbei sei vermerkt: Adalbert Graf von der Recke war ein Zeitgenosse Johann Hinrich Wicherns (1808-1881), der in Hamburg mit dem Rauhen Haus einen ähnlichen Versuch gemacht hatte, das soziale Elend in der Großstadt zu lindern und Jugendliche von den Straßen in Häuser zu sammeln.

Vergessen sollten wir auch nicht seine Frau Mathilde Gräfin von der Recke-Volmarstein. Sie ist zwar nicht auf dem Denkmal vermerkt, aber sie hat die Arbeit ihres Mannes mitgetragen und den Geist der Rettungshäuser wesentlich mitgeprägt.

Später zog der Graf noch nach Kraschnitz in Schlesien. Hier gründete er 1860 das Deutsche Samariter-Ordensstift und gab behinderten und kranken Kindern ein Zuhause. Diese Einrichtung ist mit den Betheler Anstalten bei Bielefeld zu vergleichen. So steht das Denkmal nicht ohne Beziehung an jenem Platz, der nach Friedrich von Bodelschwingh benannt ist. Am 10. November 1878 ist der Graf in Schlesien verstorben.

Denkmal an, so hat Hamme eine starke soziale und diakonische Tradition durch den Grafen Adalbert von der Recke-Volmarstein.

Alles nur Geschichte und kein Thema von heute? Sicher ist viele heute anders, aber manche Mitbürger erfahren sehr deutlich, dass Hamme ein sozialer Brennpunkt ist. So berichtete bei der letzten Hammer Runde der Leiter der Graf-von-der-Recke-Grundschule, Herr Zimmermann, über seine Erfahrungen aus dem Schulalltag. Nach seiner Erfahrung ist es nicht so, dass Kinder direkt hungern, eher fehlt es ihnen an ausgewogener und gesunder Ernährung. Fast food kann ein Frühstück oder eine warme Mahlzeit zu Mittag eben nicht ersetzen. Viel schlimmer aber sei es, dass den Kindern Eltern oder Erwachsene fehlen, die sich mit ihnen beschäftigen, ihnen vorlesen oder mit ihnen spielen. Oft ist das Fernsehen ein schlechter Ersatz für menschliche Zuwendung. Das lässt die Kinder verarmen. Sie leiden an Bildungs- und Beziehungsarmut. Angedacht sei, eine Bibliothek mit Kinderbüchern in der Schule einzurichten, die Kindern unter Anleitung wieder Lust auf lesen macht.

Fazit: die Armut sieht heute anders aus. Das Kinderheim Overdyck, in dem lange Jahre Kinder durch die evangelische Diakonie betreut wurden, ist längst kein Kinderheim mehr. Die beiden Kindergärten sind auch ausgezogen. Bald wird das Haus anderen Zwecken dienen. Vielleicht werden Hammer Bürger mit Interesse verfolgen, was aus dem Kinderheim wird.

Was würde ein Graf von der Recke, der nicht nur Geld sondern als Christ auch ein soziales Gewissen hatte, wohl heute machen in Hamme machen? 

Karl-Heinz Gehrt, Pfarrer

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